Ein Prinz von Dänemark: Die Tragödie des Hamlet

Philosophisch-literarische Sommertage im hohen Norden

16.08.2016 – 21.08.2016

Shakespeare, das einzigartige, darum unvergleichliche, in seiner Höhe wie Tiefe und Weite nie wieder erreichte, nie übertroffene Genie – von Shakespeare sagte Nietzsche:

»Ich kenne keine herzzerreißendere Lektüre als Shakespeare: was muß ein Mensch gelitten haben, um dergestalt es nötig zu haben, Hanswurst zu sein! – Versteht man den Hamlet? Nicht der Zweifel, die Gewißheit ist das, was wahnsinnig macht … Aber dazu muß man tief, Abgrund, Philosoph sein, um so zu fühlen«.

Oder um einen anderen ausgewiesenen Kenner Shakespeares zu zitieren, Harold Bloom: Der bemerkte, ewig werde dieser Dramatiker uns besser verstanden haben, als wir je ihn verstehen. 
Und Ralph Waldo Emerson (am Rande notiert der von Nietzsche meistzitierte Philosoph!) fand die prächtige Wendung: Shakespeare sei »unfaßbar weise«, während alle andern allenfalls »faßbar« weise seien. Glänzend formuliert!

Natürlich darf man sich nicht irremachen lassen vom ästhetisierenden Theaterverschnitt, der seit Jahren schon auf deutschen Bühnen aufgetischt wird. Da wurschtelt man aus ihm zusammen, »was man will« – und was wollen die Theaterleutchen schon, außer uns zu demonstrieren, daß sie bis fünf zählen können? An ein Monster von Werk wie den Hamlet aber – wie ich seit einiger Zeit zu bemerken glaube – trauen sie sich überwiegend schon gar nicht mehr heran … was Wohldenkenden recht sein soll.

Nebenbei: Glaubt jemand, diesen Hamlet »verstanden« zu haben? Etwa, weil er – wie die Litaneien tönen – ein »Zögerer« sei? Er, der zielsicher und kaltblütig Rosenkrantz und Guildenstern umbringt und Polonius »wie eine Ratte« ersticht? Geht es überhaupt um einen »Charakter« in diesem Abgrund von Stück? Nicht viel eher um eine »aus den Fugen geratene« Welt, die Moderne, die kaum einer besser vertritt als Hamlets Gegenspieler Claudius, der diplomatische Zyniker und Machtmensch par excellence? Und Ophelia! Welche Frau wäre heute noch Weib genug, dieses Mädchen zu verstehen? Doch ich will mit diesen Notizen der Hamlet-Interpretation nicht vorgreifen: die wird uns in Leck beschäftigen – womöglich wie eine Wanderung durch die Unterwelt?

Im Gegenzug (und zum Ausgleich) sehen wir übrigens die herrliche, gewissermaßen »himmlische« Komödie »Wie es euch gefällt«. Und natürlich eine der großen Verfilmungen des Hamlet. Vielleicht auch Michael Hoffmanns Version des »Sommernachtstraum« … Womit die »Philosophisch-literarischen Sommertage« auch ihre heiter-vergnüglichen und entspannten Augenblicke haben werden – dem Motto gemäß: »Was ihr wollt!«
Und selbstverständlich unternehmen wir auch einen Ausflug nach Dänemark, u. a. in die älteste Stadt dieses an Reizen so reichen Landes: also nach Ribe.

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Philosophische Praxis (GPP).

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