In der aktuellen Durchführung wurde das Format aus Perspektive des Kulturknotenpunkts inhaltlich weiter geschärft. Dabei standen insbesondere Themen wie Vereinsarbeit, Nachwuchsgewinnung, nachhaltige Strukturen und Sichtbarkeit im Fokus – zentrale Themen der Arbeit des Kulturknotenpunkts im Sinne der kulturpolitischen Leitlinien.
Das Barcamp lebt davon, dass die Teilnehmenden ihre Themen selbst einbringen und gemeinsam gestalten. So entstand auch in diesem Jahr ein vielfältiges Programm aus spontanen Sessions, Gesprächen und neuen Impulsen, das neben Austausch auch Raum für gegenseitige Beratung und das Teilen von Erfahrungen bot.
Ein besonderes Interesse zeigte sich an Themen rund um Öffentlichkeitsarbeit und neue Formate. In einer Session wurde gemeinsam erarbeitet, wie ein Podcast entsteht – von technischer Ausstattung über Aufnahmebedingungen bis hin zu Veröffentlichungsmöglichkeiten. Ergänzt wurde dies durch einen Live-Podcast mit Hilka Jeworrek und Lisa Wrogemann („Party, Platt & Plüschmors“), die Einblicke in ihre Arbeit gaben und weitere plattdeutsche Podcasts vorstellten. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Veränderungen in der Medienlandschaft wurde deutlich, wie wichtig eigene Veröffentlichungsformate sind, um Sichtbarkeit zu schaffen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Vereinsarbeit und Engagement. Birte Lorenzen berichtete aus der Praxis des „Plattdüütsche Vereen Viöl un Umgebung“, wie es gelungen ist, den Vorstand zu verjüngen und mit neuen Formaten wie Bastelangeboten, Fahrradrallyes und Spieleabenden frischen Schwung in die Vereinsarbeit zu bringen. Besonders groß war das Interesse an konkreten Materialien wie Bastelbögen, die auch von anderen Initiativen übernommen werden könnten.
Daneben zeigte das Barcamp die thematische Breite plattdeutscher Arbeit: von Gehirnjogging und Qigong auf Plattdeutsch über Improvisationstheater bis hin zu Fragen der Übersetzung, Künstlichen Intelligenz und sprachlicher Dokumentation. Auch spontane Beiträge fanden ihren Platz – etwa die Einladung zu einer plattdeutschen Veranstaltung auf dem Heuhoff bei Leck oder der Austausch zu Fördermöglichkeiten und Projektentwicklung.
So berichtete Levke Brauer von der Aktivregion Eider-Treene-Sorge aus ihrer Beratungspraxis, in der sie häufig auf Plattdeutsch berät, und zeigte auf, welche Rolle Sprache auch in Förderkontexten spielen kann. Heiko Thomsen gab Einblicke in seine verlegerische Arbeit und die Herausgabe plattdeutscher Texte, unter anderem im Rahmen der Edition „MolenKieker“.
Begleitet wurde die Veranstaltung von der Illustratorin Svenja Mix, die auf Einladung des Kulturknotenpunkts zentrale Eindrücke visuell festhielt. Das entstandene Graphic Recording wird derzeit fertiggestellt und im Anschluss den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt.
Aus Sicht des Kulturknotenpunkts wurde besonders deutlich, wie groß der Bedarf an Vernetzung, Austausch und gemeinsamer Weiterentwicklung ist – insbesondere im Hinblick auf Herausforderungen bei der Vereinsarbeit, der Sichtbarkeit und der Projektarbeit.
Das Barcamp hat erneut gezeigt, wie wertvoll offene und niedrigschwellige Formate sind, die kulturelle Teilhabe ermöglichen, Wissen sichtbar machen und neue Kooperationen anstoßen. Gleichzeitig wurde deutlich, welches Potenzial darin liegt, wenn Teilnehmende ihre Themen aktiv einbringen und Verantwortung für Inhalte übernehmen.
Förderhinweis:
Der Kulturknotenpunkt Nordwest wird gefördert vom Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein.