Öffentlichkeitsarbeit, die im Vereinsalltag funktioniert

Wie kommt unser Verein in die Zeitung? Was sollten wir bei Instagram beachten? Und wie kann KI bei Texten, Bildern und Ideen helfen? Beim ersten Workshoptag „Öffentlichkeitsarbeit für Kulturvereine“ in Husum holten sich Engagierte aus ganz unterschiedlichen Bereichen praktische Anregungen für ihre Öffentlichkeitsarbeit.Eine gemeinsame Veranstaltung von Kreis Nordfriesland und Kulturknotenpunkt Nordwest. Die Erfahrungen fließen in die weitere Planung ein: Der nächste Workshoptag ist für den 18. September 2027 in Husum geplant.

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45 Personen hatten sich für den ersten Workshoptag „Öffentlichkeitsarbeit für Kulturvereine“ am 19. September im Husumer Kreishaus angemeldet. Eingeladen hatten der Kreis Nordfriesland und der Kulturknotenpunkt Nordwest. Angesprochen waren insbesondere Kultur-, Heimat-, Geschichts- und Fördervereine – das Interesse reichte jedoch deutlich darüber hinaus. Unter den Anmeldungen waren auch Engagierte aus Feuerwehren, LandFrauenvereinen, Sport, Natur- und Tierschutz, sozialen Einrichtungen und weiteren Initiativen.

Das Vereinsleben selbst ist Öffentlichkeitsarbeit

Zum Auftakt nahm Dr. Karin Haug unter der Überschrift „Warum kommt denn keiner?“ die Öffentlichkeitsarbeit von Vereinen in den Blick. Eine ihrer Botschaften: Öffentlichkeitsarbeit beginnt nicht erst mit Pressemitteilung, Flyer oder Instagram-Post. Auch das, was ein Verein tut, wirkt nach außen und bietet Anlässe für Öffentlichkeitsarbeit – von der Mitgliederversammlung bis zum gemeinsamen Radausflug.

Eine Mitgliederversammlung könne beispielsweise an einem besonderen Ort stattfinden und anschließend Anlass für einen Bericht sein. Wer neue Mitglieder gewinnen möchte, könne solche Gelegenheiten außerdem nutzen, um über eine Mitgliedschaft zu informieren und Beitrittsformulare bereitzuhalten.

Haug ermutigte auch dazu, nicht „alle“ erreichen zu wollen. Unterschiedliche Menschen lassen sich nicht mit derselben Ansprache erreichen. Vereine sollten deshalb überlegen, wen sie womit ansprechen möchten, und ihre Öffentlichkeitsarbeit intern gut organisieren: Wer darf posten? Wer trägt Verantwortung? Muss der Vorstand jeden einzelnen Beitrag freigeben oder bekommt eine Person das nötige Vertrauen? Und wenn doch einmal etwas schiefgeht, ist das kein Grund, gar nichts zu tun: Ein Post lässt sich löschen, eine Pressemitteilung korrigieren und erneut verschicken.

Von Pressearbeit bis KI

In zwei Workshoprunden wurde diskutiert, an Beispielen gearbeitet und selbst ausprobiert. Die Journalistin Esther Geißlinger zeigte, was ein Thema für Redaktionen interessant macht, was in eine Pressemitteilung gehört und wie verständliche Texte und geeignete Pressefotos aussehen.

Bei Henriette Boysen ging es um einen unkomplizierten Umgang mit Social Media: nicht nur Veranstaltungen ankündigen, sondern Menschen, Gemeinschaft und Blicke hinter die Kulissen zeigen. Anschließend wurde es praktisch: In Zweierteams drehten die Teilnehmenden kurze Smartphone-Videos über den jeweils anderen Verein. Einige der entstandenen Beiträge landeten gleich auf Instagram.

Frank Lutterloh von ahoi.marketing zeigte, wie KI aus einer Veranstaltungsidee Texte und Bilder für unterschiedliche Kanäle entwickeln kann – und warum die Ergebnisse immer kritisch geprüft werden müssen. Gemeinsam wurde ausprobiert, verbessert und über technische, gestalterische und rechtliche Fragen gesprochen.

Bei Dr. Karin Haug ging es in einem weiteren Workshop darum, Regional- und Minderheitensprachen sichtbar und hörbar zu machen: Muss alles übersetzt werden? Können einzelne friesische oder plattdeutsche Wörter funktionieren? Und welche Rolle spielen Kooperation und Feedback?

Hans-Martin Slopianka, Pressesprecher des Kreises Nordfriesland, widmete sich schließlich Fotografie und Bildrechten – einem Thema, das bei den Teilnehmenden zahlreiche praktische Fragen auslöste.

Zwischen den beiden Workshoprunden blieb bewusst Zeit für eine längere Pause. Bei Kaffee und einem kleinen Imbiss wurde weiterdiskutiert, Erfahrungen wurden ausgetauscht und die Gelegenheit genutzt, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Wie geht es weiter?

Zum Abschluss ging der Blick bereits nach vorn. Auf einer Zielscheibe konnten die Teilnehmenden markieren, wie viel sie aus dem Workshoptag für die eigene Praxis mitnehmen. Die gesetzten Punkte konzentrierten sich deutlich im inneren Bereich bei „Viel Konkretes, das ich ausprobieren kann“.

Und der Praxistransfer soll nach dem Workshoptag weitergehen: Die Referent:innen stellen den Teilnehmenden Handouts und Unterlagen für die weitere Arbeit zur Verfügung, die ihnen im Nachgang per E-Mail zugeschickt werden.

Gleichzeitig sammelten Kreis Nordfriesland und Kulturknotenpunkt Nordwest Wünsche für weitere Angebote. Besonders gefragt waren Mitgliedergewinnung und Vereinsentwicklung sowie Social Media, KI und Canva. Genannt wurden außerdem unter anderem Krisenkommunikation, zeitgemäße Mitgliederversammlungen, Printwerbung und das Auftreten vor der Kamera.

Ein Teil dieser Wünsche kann bereits in weitere Angebote des Kulturknotenpunkts Nordwest einfließen. Nach sechs bis acht Wochen wird außerdem erstmals bei diesem Format nachgefragt: Was wurde seit dem Workshoptag tatsächlich ausprobiert oder umgesetzt? Was hat funktioniert, wo gab es Schwierigkeiten und welche weiteren Themen oder Unterstützungsangebote werden gewünscht?

Die Rückmeldungen fließen in die weitere Planung ein. Denn der Workshoptag soll fortgesetzt werden: Der nächste Termin ist für den 18. September 2027 in Husum geplant.

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